Dämonen der Nacht

In seinen Erinnerungen Ein Leben für den Tanz schreibt Rudolf von Laban zum zweiten Teil Dämonen der Nacht:

Kurz vor Mitternacht begann der zweite Teil, das Spiel „Dämonen der Nacht“. Eine Tänzerschar mit Trommeln, Tamtam und Flöten sammelte die Zuschauer, Fackeln und Laternen erhellten den Weg zu einem Berggipfel, oben schauten bizarre Felsen auf eine kreisrunde Wiese. Hier waren fünf hellodernde Feuer angezündet, um die herum und durch die hindurch eine Gruppe von Kobolden Springtänze ausführte.

Dann erschien eine Schar maskierter Tänzer. Die Masken waren große, den ganzen Körper verhüllende Gebilde aus Zweigen und Gräsern. Die verschiedenen gedrungenen und hochragenden, eckigen und spitzen Formgebilde verbargen heran schleichende Hexen und Unholde, die in wilden Tänzen die die Maskentänzer entschleierten und ihre Verhüllungen verbrannten. Um die erlöschende Glut der Feuerbrände wogte zum Abschluß ein Tanz der Schatten. Dann wurden die Fackeln der Zugbegleiter wieder angefacht, und die Tänzer führten als Vor- und Nachhut den langen Zug zum Ausgangsort zurück. (Ein Leben für den Tanz, Dresden 1935, S. 196-197.)


Letzte Änderung: 14. September 2025.